Vor 75 Jahren - Befreiung aus dem KZ Geislingen

Historisches

Stolperschwelle auf dem Gehweg vor dem Tor 1 der WMF

„Vergessen führt in die Gefangenschaft. Erinnern ist das Geheimnis der Befreiung.“ (Inschrift auf einer Gedenktafel in der Holocaust Gedenkstätte „Yad va shem “ in Jerusalem. )

Vor 75 Jahren wurde das KZ-Außenlager in Geislingen aufgelöst. Die Frauen wurden in Güterwaggons verfrachtet und sollten unter Bewachung der SS nach Dachau ins dortige Konzentrationslager zur Vernichtung gebracht werden. Sie wurden bei  Iffeldorf-Staltdach von amerikanischen Soldaten am 29. April 1945 entdeckt und aus den Güterwagen befreit.

„Es ist bitterkalt, …im ganzen Januar (1945), die Frauen und Mädchen des KZ-Lagers dürftig bekleidet, die Köpfe kahlgeschoren, mit ihren blau-weißen KZ-Kleidern und Kitteln, frieren erbärmlich auf diesem Weg in die WMF. „Vernichtung durch Arbeit“ war das Programm in der Rüstungsindustrie, wie in der WMF, so an vielen Orten im Deutschen Reich.“

„Jeden Morgen um 6 Uhr und jeden Abend um 18 Uhr zieht der Elendszug in Viererreihen durch die Straßen der Stadt. Über 800 jüdische Frauen und Mädchen, jede Schicht bestand also aus etwa 400 Frauen. Die Anwohner haben die Fenster geschlossen, sie wollten das Klappern nicht hören. Doch ich bin mir sicher, zahlreiche der Anwohner hatten beim Anblick des Elendszuges ein ungutes Gefühl, wenn sie den Zug schweigend und still durch die Straßen gehen hörten und sahen. Sprechen war verboten.“

Zitate aus der Gedenkrede von Dr. Hansjürgen Gölz am Holocausttag 2017 am Mahnmal auf dem Friedhof Heiligenäcker

 
 

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