Stellungnahme SPD-Fraktion zum Antrag der Uhlandschule zur Einrichtung einer Gemeinschaftsschule

Kommunalpolitik

Foto: SPD-Geislingen

Im November stellte der Kultusminister das Konzept zur Weiterentwicklung der Realschulen vor, mit dem auf die Entwicklungen in den Realschulen reagierte wird. Es greift Elemente der Gemeinschaftsschule auf. Daraufhin lud die Stadt zu einer Sondersitzung des Beirates für Schulentwicklung ein und wir stellten im Rahmen der Stellungnahme zum Haushalt den Antrag, dass wir uns eine gemeinsame Schulentwicklung der beiden Nachbarschulen DSR u. US durchaus vorstellen können und forderten die Schulen auf darüber noch einmal nachzudenken. Leider, z.T. aus für uns nachvollziehbaren Gründen, wurde das von den Schulgremien der DRS abgelehnt.  Heute bleibt uns also nur die Entscheidung ob wir eine GMS an der Uhlandschule einrichten oder nicht.

von Thomas Reiff, Gemeinderatssondersitzung am 11.03.2015

Link: So stand es in der GZ vom 13.03.2015

Wir haben es uns mit unserer heutigen Entscheidung nicht einfach gemacht, uns an den verschiedenen Schulen informiert und Pro und Contra über Wochen hin und her diskutiert. Für eine GMS US spricht das überzeugende Konzept, das uns von Schulleiter Markus Beyer vorgestellt wurde. Darüber hinaus hat sich das Kollegium der Uhlandschule schon über Jahre neuen Herausforderungen gestellt, neue Innovationen aufgenommen und weiter entwickelt. Als langjährige Dienst- und Fachaufsicht für die Schulsozialarbeit an der US weiß ich von was ich rede. Die Uhlandschule war – neben der Tegelbergschule – eine der ersten Schulen die Kooperationen mit Schulen für Behinderte einging. Erfahrungen mit Inklusion und individueller Differenzierung sind vorhanden. Hinzu kommt die  jahrelange Erfahrungen mit Vorbereitungsklassen, das Sprachförderkonzept und die Einrichtung einer Schülerfirma, die uns vor allem beim Catering bei verschiedenen öffentlichen Anlässen begegnete. Nach Aussage des Schulamtes wäre eine GMS an der Uhlandschule rechnerisch möglich.

Aber ein überzeugendes Konzept ist nur ein Teil der Entscheidung. Was ist eine Gemeinschaftsschule? Die Idee der GMS geht davon aus, dass Schüler mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Begabungen durch längeres gemeinsames Lernen voneinander profitieren und voneinander lernen. Dazu bedarf es einer Durchmischung der Schülerschaft. Der Idealfall wäre 1 Drittel Grundbildungsniveau, 1 Drittel mittleres Niveau und 1 Drittel gymnasiales Niveau. Zumindest Annäherungsweise sollte dies erreicht werden. Darüber hinaus sollte sich eine GMS zumindest durch Zweizügigkeit auszeichnen, d.h. mindestens 40 Schüler pro Jahrgangsstufe.

Schon vor dem Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung liefen die WRS leer. Danach wurde das noch verstärkt. Im Moment sind die Klassen 5 u. 6 der Uhlandschule leider weit von einer Zweizügigkeit entfernt und es ist stark zu befürchten, dass sich dies durch die Umwandlung in eine GMS nicht gravierend ändern wird. Die Gründe sind vielfältig: In Zukunft würden zwei neben einander liegende Schulen um die „gleiche“ Schülerschaft konkurrieren, die dann mit Realschulabschluss und Hauptschulabschluss auch ein ähnliches Bildungsangebot haben werden. Die Didaktik und Methodik wird sich zumindest annähern (individuelles Lernangebot, keine Abschulung mehr möglich, gemeinsamer Unterricht zumindest in Klasse 5/6 und auch noch teilweise in 7 u. 8). Und wenn das so ist, werden die meisten Eltern, trotz Kompetenzen der Uhlandschule und überzeugendem Konzept, das „ähnliche“ Angebot über der Straße in ihrer Bildungswegeentscheidung für ihre Kinder berücksichtigen. Zumal da ja dann Realschule draufsteht. Hinzu kommt, dass wir in Geislingen, gemessen an den Schülerzahlen, im Prinzip eine weiterführende Schule im Bereich der Sekundarstufe 1 zuviel haben.

Das Argument der hohen Kosten beim Aufbau einer GMS ist da für uns nur zweitrangig, allerdings darf es auch angesichts der Finanzlage der Stadt nicht vernachlässigt werden.

Schwer fällt uns unsere heutige Entscheidung, da wir vom Konzept der GMS überzeugt sind. Sehr schwer fällt es uns, engagierte Kolleginnen und Kollegen zu enttäuschen, die es verdient hätten ihr Konzept einer GMS umsetzen zu können. Dies ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Wir haben abgewogen. Angesichts der oben dargestellten Gründe stimmen wir mehrheitlich der Vorlage der Stadtverwaltung zu.

Anmerkung: Wir fordern allerdings alle Beteiligten, insbesondere Schulamt und Schulleitungen auf, dafür zu sorgen, dass die Kompetenzen in der Uhlandschule nicht brach liegen bleiben, vielleicht gibt es ja eine Kooperation und Zusammenarbeit in mittlerer Zukunft. Dieser Aufgabe sollten sich Schulamt und auch die Schulleitung der Daniel-Straub-Realschule stellen.

 

Thomas Reiff (Fraktionsvorsitzender)

 
 

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