SPD Geislingen besucht Bäckerei Winkler

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Geislingen Ausgeruht muss ein Bäckermeister schon sein – zumal wenn Gruppen zur Handwerks-Lehrstunde und Augenscheinnahme in seine Backstube kommen, wie dieser Tage eine Abordnung der Geislinger SPD in der Bäckerei Winkler in der Bahnhofstraße.

Zur kommunalen Geschichte gehören bei den Besuchern, die bei den vorausgegangenen politischen SPD-Stammtischen viel über den immer aktuellen Niedergang des einst starken Industriestandorts Geislingen erfuhren, die Werdegänge der vielen kleinen Handwerksbetriebe kennenzulernen.

von Peter Zajontz / Foto: Jürgen Peters

Bäckermeister Bernhard Winkler berichtete in seiner Einführung, dass regelmäßig schon die Kleinsten aus einigen Kitas an den Arbeitsvorgängen in seiner Bäckerei interessiert sind, weil sie Brot oft nur von den sogenannten Frischetheken und aus den SB-Vitrinen der Discounter kennen.  Bei den Kommunalpolitikern ging’s eher um Infos, wie schwer sich Menschen in einem rein handwerklichen Betrieb in Corona-Zeiten tun, wo einiges an wichtigen Lieferadressen plötzlich wegfällt, die Mitarbeiter aber täglich treu zur Seite stehen. „Finanziell ein Desaster, auch wenn es hier und da Unterstützung staatlicherseits gibt“, erklärte Winkler.

Bei dem Rundgang in der vor 20 Monaten erweiterten Produktionsstätte, anno 1931 gegründet, erfuhr die Gruppe viel über den Backbetrieb. Einschließlich einer im Landkreis bedeutenden Produktlinie glutenfreier Backwaren, die auch an treue Kunden ins Ausland verschickt werden. Entstanden aus der kleinen Familienfirma Näher, die viele Schüler-Generationen der benachbarten Schulen, heute auch Hochschule, sowie Bewohner angrenzender Siedlungsgebiete versorgte, entstand ein Kleinbetrieb mit über einem Dutzend nach Tarif bezahlten Mitarbeitern, hielt der Bäckermeister fest. Die Raumpflegerin habe genauso Anspruch auf eine gerechte Entlohnung wie die Kunden bedienende Verkäuferin hinter der Backwaren-Theke, das hörten die SPDler wohl. Je kleiner der Betrieb sei, umso mehr Fachpersonal brauche er, angelernte Kräfte seien tabu. Da schlage eine Krise wie die Corona-Pandemie mit bis zu 80% Ausfällen besonders hart auf.

Die neugierigen Gäste erfuhren backtechnisch einiges über die Verarbeitung verschiedenster Getreide, über Grundsorten, Teig-Vorstufen und dessen Arten, wie diese nach überlieferter Art eine halbe Stunde „laufen gelassen werden“. In absoluten Ausnahmefällen würden Konzentrate eingesetzt. Die eiserne Regel seien in der Bäckerei Näher-Winkler die Anwendung uralter Rezepte. Da verbiete Anstand und handwerklicher Stolz, der Bequemlichkeit wegen hinzugekaufte Convenience-Produkte einzusetzen.

Im 60 Quadratmeter großen Anbau-Teil mit neuem Kühllager und Kellerräumen erfuhren die Gäste bei ein paar Versucherlen zum Abschluss leicht schockiert, welche Probleme einem kleinen Handwerksbetrieb in Geislingen mit städtischen Behörden schon bei derartigen Kleinbaumaßnahmen entstehen können, etwa bei Themen wie Baumassen und Stellplätzen, bis sich die übergeordnete Stelle klärend einschaltet.                

Peter Zajontz                                                                 

 
 

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