"Fossile Energieträger haben keine Zukunft"

Ortsverein

IG Metall Bezirksleiter Roman Zitzelsberger spricht auf dem Neujahrsempfang der SPD Geislingen.

In der gut besetzten Rätsche im Schlachthof konnten der SPD-Vorsitzende Thomas Reiff und MdL Sascha Binder neben vielen Gästen aus Vereinen, Fraktionen und Partei, auch einige Betriebsräte aus Geislinger Betrieben begrüßen und ihnen ein gutes und gesundes Neues Jahr wünschen.

Veränderungen werden oft mit Bedrohung und Verlust gleichgesetzt, so Roman Zitzelsberger. Dabei helfe uns keine nostalgische Verklärung der Vergangenheit.

„Die Sehnsucht bringt vor allem die Befürchtung zum Ausdruck, nicht mehr gebraucht zu werden.“ Aufgabe von Politik, Gewerkschaften und andrer Akteure sei es auf diese Ängste Antworten zu finden. Dabei sei ein starker Sozialstaat notwendiger denn je und eine zivilisatorische Errungenschaft, die „wir uns niemals nehmen lassen dürfen“. Ein starker Sozialstaat sei Voraussetzung für Teilhabe, Demokratie und für Sicherheit im Wandel. Deshalb gehen auch viele, vor allem von Sozialdemokraten umgesetzte Projekte der Groko in die richtige Richtung. Aber auch hier brauche es progressive Mehrheiten für Strukturreformen, wie z.B. die Bürgerversicherung. Dies gelte besonders für das Thema das die gegenwärtige Debatte zu Recht präge: Den Umbau unserer Wirtschaft in Richtung ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit (Transformation). Zitzelberger zitierte Obama: „Wir sind die erste Generation, die den Klimawandel am eigenen Leib erfährt und die letzte, die etwas dagegen tun kann.“  Es gäbe keine Zukunft für fossile Energieträger mehr. „Wir brauchen einen kollektiven Entzug, ohne dies durch Selbstmord zu erreichen,“ so der Referent. Dabei sprach sich Zitzelsberger allerdings gegen Null –oder gar Negativwachstum aus. Ein einfaches Runterfahren der ökonomischen Aktivität bringe vor allem mehr Arbeitslosigkeit, mehr soziale Spannungen und weniger Resourcen zum Umsteuern, so der Gewerkschaftler. Verzicht könne nur einen Teil der notwendigen ökologischen Entlastung bewirken. Zitzelsberger weiter:“Der Löwenanteil der Einsparung von CO2 muss durch Produkt- und Prozessinnovationen erreicht werden.“ Es schade natürlich nicht, statt in den Flieger in die Bahn zu steigen, oder weniger Fleisch zu essen. Kritischer Konsum habe durchaus das Potential, Produkte und Märkte zu verändern. „Das ist natürlich die Perspektive des reichen „Westens“. Man muss erstmal etwas haben, um loszulassen.“ Dies müsse aber begleitet werden durch Regulierungen, wie z.B. die Sektorenziele bei der CO2 – Minderung. Dies sei auch kein Eingriff in die Freiheitsrechte, zumindest nicht mehr als die Schulpflicht oder die Gaststättenverordnung. Regulierung tue Not, reiche aber auch nicht aus. Mit dem Hinweis auf die vermeintlich vielen Alternativen werde das Abwarten, den „Arsch nicht hoch kriegen“, zum Ausdruck unternehmerischer Klugheit und Weitsicht verklärt. „Wir stehen an einem Scheideweg. Im Unterschied zu früher kumulieren die technologischen, ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Veränderung.“ so Roman Zitzelsberger. „Die nächsten Monate und Jahre entscheiden darüber, ob wir die anstehende Transformation als gesellschaftliches Großprojekt erfolgreich bewältigen können und sie als Chance aufgreifen.“ Der IG Metall Bezirksleiter skizzierte den Weg zum Erfolg durch massive Investitionen in Ressourcen schonende Produkte und Prozesse, die Sicherung und den Ausbau von Zukunftsarbeitsplätzen, eine moderne, leistungsfähige Verkehrs- und Energieinfrastruktur und vor allem auch die Qualifizierung von Beschäftigten. Zum Schluss ging er noch auf die aktuelle Situation bei der WMF ein. Er bedankte sich bei den WMFlern für ihren Kampf und forderte sie weiterhin auf für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und gegen die Verengung der Produktpalette am Standort zu kämpfen.

 
 

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