Ein anderer Blick auf die Altstadt - Was können wir für den Erhalt der Altstadt tun?

Kommunalpolitik

Bericht: Sabine Reiff

Eine stattliche Gruppe interessierter Geislinger*innen ist der Einladung zum dritten SPD-Sommerstammtisch der SPD Geislingen gefolgt. Roderich Schmauz und Dr. Hans-Jürgen Gölz führten die interessierten Geislinger*innen unter dem Thema „ Wie kann das historische Ensemble der Altstadt erhalten bleiben?“ durch Geislingens Altstadt.

Roderich Schmauz  hob hervor, dass es in Geislingen noch zahlreiche historische Gebäude gibt, die wie am alten Zoll zu sehen, beeindruckend schön restauriert wurden. Als weitere herausragende Gebäude führte er neben der Stadtkirche das alte Rathaus, den alten Bau, die Musikschule, das Schuberthaus oder auch das Stadtschloss auf. 

Aber auch einige privat restaurierte Gebäude führte Schmauz an. Die Altstadt wurde weder durch Brandkatastrophen noch in den Weltkriegen zerstört, so Schmauz. Geislingen bestand über Jahrhunderte nur aus der Altstadt, einem Rechteck von 210 auf 150 Metern plus zwei dreieckigen Vorstädten. Die Stile der Häuser sind ein Mix aus den Jahrhunderten, jedes Haus ein Unikat. Erst 1780 bis 1820 wurde die Stadtmauer mit ihrem Wehrgang und 24 Türmen, 5 Toren mit Zugbrücken abgerissen oder den Häusern einverleibt.  Diese Verluste waren bewusst und gewollt. Mitte der achtziger wurden drei der ältesten Gerberhäuser Deutschlands abgerissen, so dass unser Gerberviertel ohne Gerberhäuser war.

Das Altanhaus, Geislingens ältestes Gerberhaus, das durch die Mitarbeiter*innen des Altanhausprojekts renoviert wurde, fiel einem Brandanschlag zum Opfer, wie ein Teilnehmer ergänzte. Neben den aufwändig restaurierten Gebäuden sind allerdings inzwischen viele Häuser in einem maroden und äußerst schlechten Zustand. Andere Gebäude, wie z.B. das Gebäude der GZ, fielen einfach dem Zeitgeist zum Opfer.

Den Bau-und Geschichtsverein Geislingen treibt nun die Frage um, ob sich mit finanziellem bürgerschaftlichem Engagement der Verfall denkmalgeschützter Gebäude stoppen lässt.  Ein erster Schritt wäre ein Ensembelschutz für die obere Stadt, den der Gemeinderat beantragen müsste. Bei einer Renovierung müssen Kompromisse zwischen Denkmalschutz, neuen Bedürfnissen der zukünftigen Bewohner und neuen Bestimmungen in puncto Dämmung, Heizung und Brandschutz gefunden werden.

Schmauz führte die Gruppe von der unteren Karlstraße 20, einem Haus, dessen Kernbestand aus dem 15./16. Jahrhundert ist und das heute unbewohnbar ist zur Bahnhofstraße 5, das Haus mit den zwei Gesichtern. Zur Bahnhofstraße hin sieht man ein stattliches Bürgerhaus mit Stuckfassade, nach hinten zur Lammgasse eine der ältesten Gerberwerkstätten des Landes. Erbaut 1882, steht das Haus unter Denkmalschutz. Weitere Gebäude fanden sich in der Karlstraße 1 und 3, der Hansengasse 10 und 12, am Radplatz das frühere Gasthaus Rad, in der Hauptstr. 86. Alles Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, eine interessante Geschichte aufweisen, aber durchaus auch schwierig zu renovieren sind.

Beim anschließenden Stammtisch in der Spitze zeigten sich die Teilnehmer*innen des Stadtrundgangs höchst beeindruckt. Aus dieser Perspektive haben viele die Altstadt noch nicht betrachtet. Der Dank der Teilnehmer ging an Roderich Schmauz für seine hochinteressante Führung.

Die Frage, so Stadtrat Thomas Reiff, stelle sich jetzt aber, wie können wir einen weiteren Verfall verhindern. Hansjürgen Gölz und Schmauz berichteten von ihren Versuchen eine Genossenschaft zum Erhalt der Altstadt zu gründen. Dies sei jedoch bisher gescheitert und vielleicht auch ein nicht zielführender Ansatz.

Die Arbeitsgruppe aus dem Geislinger Kunst- und Geschichtsverein bleibe ab am Ball und suche Lösungsansätze. Dazu finde auch ein guter Austausch zwischen Baurechtsamt und Landesdenkmalamt statt. Ein erster Schritt müsse jetzt sein, einen Ensembleschutz zu beschließen, damit dem Zerfall Einhalt geboten werden könne.

Insgesamt kann eine Lösung nur in der Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, dem Gemeinderat, der Arbeitsgruppe des Kunst-und Geschichtsvereins, dem Landesdenkmalschutz und möglichen Investoren liegen. Die Unterstützung der SPD für dieses Vorhaben sicherte der Ortsvereinsvorsitzende Thomas Reiff den „Altstadtrettern“ zu. Zum Abschluss bedankte er sich bei Roderich Schmauz und Hansjürgen Gölz für die Chance, an ihren Überlegungen teilhaben zu können.

 
 

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Donnerstag, 13.08.2026, 19.00 Uhr,
2. Sommerstammtisch mit OB Ignacio Ceffalia im "Cafe im Grünen", 1 Jahr Oberbürgermeister in Geislingen"
 
Donnerstag, 20.08.2026, 18 Uhr, Gang durch die Obere Stadt mit Roderisch Schmauz und Dr. Hansjürgen Gölz, Treffpunkt Alter Zoll mit anschließendem Stammtisch

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Sascha Binder

 

27.01.2023 Gedenken an die NS-Opfer in Geislingen

Nach ihren Ansprachen legen Oberbürgermeister Frank Dehmer und SPD-Altstadtrat Dr. Hansjürgen Gölz einen Kranz zum Gedenken an die Opfer des NS-Regimes auf dem Friedhof Heiligenäcker am Mahnmal "Geschundener Kopf" nieder.

Gedenkansprache von Dr. Hansjürgen Gölz

 

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