Ludwig Duschek ist zwar noch nicht lange Parteimitglied, war aber "schon immer ein politisch denkender Mensch. Ludwig Duschek: an Spitze des Klinikbetriebsrats und des SPD-Ortsvereines
"Seit ich erstmals in der Schule Gemeinschaftskunde hatte, bin ich ein politisch denkender Mensch", betont Ludwig Duschek. Am 28. Februar wurde er zum Vorsitzenden des SPD-Ortsvereines Geislingen gewählt.
BERNWARD KEHLE, Geislinger Zeitung
Geislingen. "Ich bin ein Justinger", erzählt Ludwig Duschek verschmitzt. Neben dem dort geborenen Hofmarschall Anselm von Justingen sei auch Geheimrat Karl Ehmann als wichtiger Mann in seiner Heimatgemeinde auf der Alb bekannt. Ehmann baute hier 1869 die erste Albwasserversorgung. Duscheks Vater war nach dem Zweiten Weltkrieg aus Budweis im heutigen Tschechien auf die Alb geflüchtet, hatte sich in der Landwirtschaft verdingt und in eine Landwirtstochter verliebt. Die Eltern waren stolz auf ihren erstgeborenen Ludwig, der am 10. Dezember 1956 das Licht der Welt erblickte und dem noch zwei jüngere Schwestern folgten.
Der kleine Ludwig besuchte in Justingen den Kindergarten und dann die Schule. Sie bestand nur aus zwei Klassen für die Klassenstufen 1 bis 4 sowie 5 bis 8. Nach der Grundschule wechselte das Kind ans Gymnasium in Laichingen und machte dort das Abitur.
Danach machte Duschek die Prozedur durch, bis er als Kriegsdienstverweigerer anerkannt war. Auf der Suche nach einer Zivildienststelle, zunächst im Alb-Donau-Kreis und dem ehemaligen Kreis Münsingen, wurde er letztendlich im Geislinger Krankenhaus fündig, berichtet Ludwig Duschek: "Und das hat später meine gesamte berufliche Laufbahn beeinflusst".
Bedingung zur Einstellung als Zivi sei gewesen, dass er im Krankenhaus wohnt und am "Drei-Schicht-Betrieb" teilnimmt, erzählt Duschek. Während dieser 18 Monate arbeitete er an der Pforte, in der Wäscherei, der technischen Abteilung, beim Maler, Flaschner und in der Ver- und Entsorgung. "Es ist eine gute Zeit gewesen und ich habe die Leute dort schätzen gelernt", sagt er im Rückblick.
"Mein Herz hat immer für die Landwirtschaft geschlagen, zumal der Vater ja früher auch in der Landwirtschaft tätig war", betont Ludwig Duschek. Deshalb wollte er in Göttingen Landwirtschaft studieren und danach in die Entwicklungshilfe gehen. Doch es kam anders. Nach nur acht Stunden Studium warf Duschek das Handtuch, "weil alle aus der Landwirtschaft kamen und ich als Arbeiterkind - der Vater arbeitete jetzt in einer kleinen Metallwarenfabrik - zuviel hätte nachholen müssen."
Seine Nachfrage im Kreiskrankenhaus Geislingen war erfolgreich - am 2. Oktober 1977 begann Duschek eine Ausbildung zum Krankenpfleger, die er mit dem Examen im September 1980 abschloss. Zwei Jahre zuvor hatte der Krankenpflegeschüler seine Christa geheiratet, die Stationsleiterin auf der Chirurgischen Station 1 war. Der frischgebackene Krankenpfleger wurde übernommen und arbeitete vier Jahre in der Chirurgie auf der Station von Dr. Plank. In diese Zeit fiel die Ausbildung zur "Hygienefachkraft", Duschek wurde einer der jüngsten dieser Fachkräfte. Zwölf Jahre Intensivstation und sechs Jahre Stationsleiter Chirurgie vervollständigten die praktische Krankenpflegearbeit im Geislinger Kreiskrankenhaus.
1981 wurde Ludwig Duschek in den Personalrat der Helfenstein Klinik gewählt und seit 1983 dessen Vorsitzender. Seit 2001 ist er freigestellter Personalrat und seit Mai 2007 stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Klinik am Eichert in Göppingen und der Helfenstein Klinik Geislingen mit zusammen rund 2700 Beschäftigten. "Ich bin seit meiner Ausbildung Gewerkschafter", sagt Duschek. Er ist Vorstandsmitglied bei Verdi Fils-Neckar-Alb im Fachbereich Gesundheit und Pflege sowie im Kreisverband der SPD. "Meine Heimat war immer die SPD, wenngleich ich bis zur Kommunalwahl 2004 kein Mitglied war", gesteht Duschek. "Nachdem ich jedoch als Gemeinderat kandidiert habe, trat ich natürlich in die SPD ein."
Der engagierte Geislinger ließ sich in der Vorstandschaft des SPD-Ortsvereins als Beisitzer aufstellen, wurde bei der nächsten Wahl 2006 stellvertretender Vorsitzender und, nachdem Gudrun Müller aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidiert hatte, bei der Wahl 2008 Ortsvereinsvorsitzender.
Fragt man Ludwig Duschek nach Hobbys, kommt wie aus der Pistole geschossen: "Meine einjährige Enkeltochter". Der 52-Jährige ist begeisterter Radsportler und hat schon siebenmal an der "Alb-Extrem" teilgenommen. Ruhiger gehts im Gärtle im Längental zu, den Duschek mit seiner Frau umtreibt.