Satte Mehrheit für Nel Mezzo

Presseecho

Foto: Markus Sontheimer

Geislingen. Die geplante Einkaufsgalerie Nel Mezzo auf dem Städtischen Sportplatz in Geislingen hat gestern die vorletzte wichtige Hürde im Gemeinderat genommen. Er beschloss den Bebauungsplan als Satzung.

Geislinger Zeitung, 28.01.2010

Mehrere Stunden hat der Geislinger Gemeinderat gestern über das Einkaufszentrum Nel Mezzo beraten.
Mehrstündige kontroverse Diskussionen führte gestern der Geislinger Gemeinderat zu dem auf dem Städtischen Sportplatz geplanten Einkaufszentrum. Bevor der Bebauungsplan genehmigt wird, soll die Stadt eine Bürgerversammlung einberufen. Diesen Antrag hatte die GAL gestellt. Ihr Fraktionschef Bernhard Lehle argumentierte, das Nel-Mezzo-Projekt interessiere die Einwohner sehr, man werde als Stadtrat häufig darauf angesprochen. Da sei es guter Stil, wenn die Stadt den Bürgern erläutere, was nun genau geplant sei, da sich seit der ersten Planung viel geändert habe. Oberbürgermeister Wolfgang Amann verwies hingegen auf eine achtseitige stichwortartige Auflistung aller Bürgerinformationen und Zeitungsberichte zum Nel Mezzo: "Kein Vorhaben in der Geschichte Geislingens war offener und transparenter". Viele Informationen seien aber hart erkämpft worden, wandte Thomas Reiff (SPD) ein. "So hinterfragt und abgewogen war noch kein Thema", pflichtete FW-Chef Roland Funk wiederum dem OB bei. Aus der Bevölkerung werde man oft dazu angesprochen, meinte Funk, aber mit dem Tenor: Wann ist denn endlich Baubeginn? Gegen "durchsichtige Verzögerungsmanöver" der Nel-Mezzo-Gegner sprach sich CDU-Fraktionschef Holger Scheible aus. Der GAL-Antrag fand sieben Befürworter, 15 Stadträte und der OB stimmten mit Nein.
Damit war der Weg frei zur abschließenden Beratung des Bebauungsplans. Mit dessen Erarbeitung hatte Nel-Mezzo-Investor Ten Brin- ke ein Planungsbüro beauftragt. Deren Mitarbeiterin Nina Späth erläuterte nun, welche ihres Erachtens eher marginalen Punkte sich seit der Auslegung geändert haben. Seitdem wurden Gutachten eingeholt, viele Träger öffentlicher Belange gehört und Einwendungen von Bürgern berücksichtigt. Die Änderungen im Bebauungsplan seien allesamt Reduzierungen gegenüber der ersten Planung: So ist Dreigeschossigkeit nur noch direkt am Winkel B 10/ Werkstraße erlaubt; die Schallschutzwand muss begrünt werden; die Rohrach wird renaturiert; ein Bereich jenseits der Rohrach, vorher Parkplatz, ist nun Grünfläche.
Die Haupteinwände:
Der Standort ist falsch gewählt: Er erfülle gerade das Integrationsgebot, er liege nicht auf der grünen Wiese, sondern ziehe Kaufkraft in die Innenstadtlage, meinte Späth.
Das Nel Mezzo ist als Bauwerk zu groß: Es entspreche in seiner Dimensionierung der Umgebungsbebauung, sagte Späth.
Die Handelsflächen im Nel Mezzo sind nicht verträglich mit dem bestehenden Geislinger Einzelhandel: Das GMA-Gutachten belege das Gegenteil, sagte Späth. Das Nel Mezzo stärke die Innenstadt. Die Textilflächen werden nach Empfehlung des GMA-Gutachtens auf 3700 Quadratmeter beschränkt.
Ein Gutachten belegt, dass der Bau des Nel Mezzo auch bei einem hundertjährigen Rohrach-Hochwasser zu keiner Überschwemmung der Umgebung führt.
Ein Verkehrsgutachten belegt, dass alle Straßen und Knotenpunkte beim Nel Mezzo leistungsfähig genug sind. Nur zwischen 17 und 18 Uhr kommen Autos aus der Werkstraße erst in der zweiten Grünphase auf die B 10.
Um die Lärm- und Schallschutzgrenzwerte einzuhalten, wird eine Nachtanlieferung verboten. Zum Wohnhaus Richtung Albwerkstraße wird eine 6,50 Meter hohe Schallschutzmauer gebaut.
Stadträte der SPD und der GAL stellten viele kritische Fragen. Reiff verwies auf ein IHK-Ranking, wonach Geislingen bereits überdurchschnittlich Kaufkraft binde. Das widerspreche dem GMA-Gutachten. Er plädierte wie die IHK dafür, Textilflächen im Nel Mezzo auf 3000 Quadratmeter zu limitieren, fand aber keine Mehrheit. Die hohe Kaufkraftbindung erkläre sich durch die Neuwiesen und das WMF-Outlet, rückten dies der OB und GMA-Gutachter Beck zu recht. Es habe zugleich ein "Exodus" des Einzelhandels aus der Innenstadt stattgefunden.
Der Gemeinderat billigte schließlich mit 15 zu sieben Stimmen den Bebauungsplan. Letzter Beratungspunkt ist jetzt noch der Bauantrag.
Danach beschloss der Gemeinderat überraschend gleich zwei Bürgerinformationen: Ende Februar zur Nel-Mezzo-Planung und Ende Juni nochmal hierzu sowie zu den Erfahrungen mit dem neuen Festplatz in Altenstadt.
Info
Auf dem Städtischen Sportplatz, den die Stadt für 2,8 Millionen Euro verkauft, will der niederländische Investor Ten Brinke nach Plänen des Geislinger Architekten Klaus von Bock auf zwei Ebenen eine Einkaufsgalerie errichten mit C&A, Rewe und Lidl als Ankermietern sowie weiteren Markenanbietern und Shops. Investition: 22 Millionen.

 
 

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