Leserinnenbrief 27.9.2025
Zum Artikel vom 27.9.: Teil-Verkauf der Klinik, Rotstift beim Sozialen und Stellenabbau
„Wir können uns den Sozialstaat nicht mehr leisten“, sprach Friedrich Merz und Landrat Markus Möller scheint dieser Einschätzung 1:1 folgen. Soziale Einrichtungen wie Schulsozialarbeit, psychologische Familien- und Lebensberatung, Suchtberatungsstelle und andere Beratungsstellen werden ausgeblutet und die Folgekosten werden uns, wie im Artikel richtig erwähnt, durch die Hintertür wieder einholen.
von Sabine Reiff, Beisitzerin im Vorstand der SPD Geislingen
Bildungseinrichtungen werden weniger unterstützt, obwohl gerade im Bildungsbereich viel im Argen liegt. Ehrenamtliches Engagement, wie es im Kreisjugendring stattfindet, wird weniger unterstützt. Damit wird ein sehr hohes Gut, das gesellschaftliche Miteinander, untergraben. Als die Alb-Fils-Klinik die Helfensteinklinik schloss, wurde uns versprochen, ein Gesundheitszentrum zu installieren. Die übrig gebliebe Praxis für Akut- und Allgemeinmedizin soll nun die Öffnungszeiten reduzieren. Es gab viel böses Blut zwischen der Geislinger Bevölkerung und Landrat Wolff. Nun scheinen wir vom Regen in die Traufe gekommen sein. Ich wünsche mir von den Mitgliedern des Kreisrats, dass sie diesem sozialpolitischen Amoklauf entgegentreten. Gleichzeitig bin ich gespannt, wer diesen sozialen Kahlschlag mit verantwortet. Es müssen andere Wege gefunden werden. Die Unterstützung von Land und Bund muss eingefordert werden. An welchen Stellen Einsparungen gemacht werden können, kann ich nur schwer beurteilen. Dass aber ein Großteil der Einsparungen diejenigen treffen soll, die unsere Hilfe oder Unterstützung benötigen, halte ich für ein gesellschaftliches Armutszeugnis. Dass zusätzlich ausgerechnet beim Klimaschutz gespart werden soll macht es uns und den nachfolgenden Generationen noch schwerer. An den Kommentar von Kreisrat Scheer möchte ich keinen Gedanken verschwenden, außer vielleicht, dass es mir Angst macht, wenn die Unterstützung von sozialem Miteinander als linksextrem statt als selbstverständlich bezeichnet wird.