Geislinger Zeitung
Geislingen. Schon seit mehreren Jahren setzt sich der Stadtbehindertenring Geislingen (STeiGle) bislang vergeblich dafür ein, dass die Bahnsteige im Geislinger Bahnhof für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderung ohne Hindernisse zugänglich sind. Heute nun setzen sich Vertreter der Bahn, des Stadtbehindertenrings und der Stadt, der SPD-Bundestagsabgeordnete Walter Riester, Verkehrsplaner Jörg-Michael Wienecke vom Göppinger Landratsamt und Oberbürgermeister Wolfgang Amann im Rathaus an den runden Tisch.
In einem ersten Konjunktur-Sofortprogramm wurden im Landkreis Göppingen vor einigen Wochen Ebersbach, Eislingen und Süßen Aufzüge zu den Bahnsteigen zugesichert. Inzwischen wurde zwar auch der Geislinger Bahnhof ins Bahnhofs-Modernisierungsprogramm aufgenommen, jedoch soll die Stadt Geislingen die Kosten für die Planung schultern und außerdem 15 Prozent der Investitionskosten tragen.
"Ich halte das für ein schlechtes Angebot", sagte Wolfgang Amann am Mittwoch im Gemeinderat, als sich Thomas Reiff (SPD) nach dem derzeitigen Stand der Dinge erkundigte. Insgesamt würde das Vorhaben, das Aufzüge oder Rampen zu den Bahnsteigen und die behindertengerechte Höhe der Bahnsteige vorsieht, laut Wolfgang Amann 3,8 Millionen Euro verschlingen. Holger Scheible von der CDU bemerkte in diesem Zusammenhang, dass die Fraktionen bei der GZ-Podiumsdiskussion im Vorfeld der Kommunalwahlen von anderen Zahlen ausgegangen seien. "Da wusste man noch nicht über die wirkliche Größenordnung Bescheid."
Die Mitglieder des Stadtbehindertenrings um ihren Vorsitzenden Michael Schima wollen das Gespräch nutzen, den Bahn-Vertretern eine Unterschriftenliste auszuhändigen und damit nochmals zu unterstreichen, wie wichtig den Geislingern der barrierefreie Bahnhof ist. höh